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ASO - Informationen


Bericht des Präsidenten
 
(Sperrfrist: 31.3.2007, 10.00 Uhr; es gilt das gesprochene Wort)

Meine Damen und Herren
Liebe Kolleginnen und Kollegen
Verehrte Gäste

Die Auslandschweizer Gemeinschaft wächst und wächst! Die neueste Statistik per Ende Dezember 2006 weist 645'000 Schweizerinnen und Schweizer mit Wohnsitz im Ausland aus. Das sind 11'000 mehr als ein Jahr zuvor. Die Fünfte Schweiz steht damit im Begriff, den Kanton Waadt zu überholen und numerisch zum drittgrössten Kanton der Schweiz aufzusteigen – nach Zürich und Bern. Allerdings sind Gewicht und Bedeutung der schweizerischen Diaspora im Inland noch nicht überall ins Bewusstsein gedrungen. Daran müssen wir weiter arbeiten.

Noch rascher als der Gesamtbestand wächst die Zahl der registrierten Stimmberechtigten im Ausland. Waren es vor einem Jahr 105'000 gewesen, so sind es nun bereits 111'000 Landsleute, die sich zur Ausübung ihrer politischen Rechte in der Schweiz angemeldet haben. Wer hätte das gedacht vor 15 Jahren, als das briefliche Stimm- und Wahlrecht für Auslandschweizer eingeführt wurde? Damals ging man von 20-25'000 potentiellen Stimmenden im Ausland aus. Heute haben wir schon das vier- bis fünffache.

Den politischen Akteuren in der Schweiz ist dies zunehmend bewusst. Und sie interessieren sich immer mehr für die Situation und die Bedürfnisse der mobilen Schweizerinnen und Schweizer. Wir werden heute unter dem Stichwort Wahlen darauf zurückkommen.

* * *

Cette prise de conscience politique de l’importance de nos compatriotes à l’étranger s’est tra-duite notamment par l’institution il y a deux ans de l’Intergroupe parlementaire „Suisses de l’étranger“. Cet Intergroupe compte 80 membres, c’est un tiers de l’Assemblée fédérale. Il serait naïf de croire qu’ils poursuivent tous les mêmes objectifs en matière de politique touchant les Suisses de l’étranger. Mais en adhérant à cet Intergroupe, ils ont tous reconnu un intérêt spéci-fique pour les affaires concernant la Cinquième Suisse. Cela revêt une grande valeur pour nous.

Et l’Intergroupe, placé sous la direction de notre collègue du Conseil Thérèse Meyer-Kaelin, déploie une activité réjouissante. Il y a quelques jours précisément, il s’est réuni pour un lunch consacré au thème „Options pour une participation plus efficace des Suisses de l’étranger“. Le but de cette manifestation était de faire connaître aux membres des Chambres fédérales, dans la perspective des élections fédérales, les différentes options permettant de renforcer l’institutionnalisation de la participation politique de nos concitoyens de l’étranger et de discuter avec eux des avantages et des inconvénients des différents modèles. Les débats se sont ou-verts par un exposé du professeur Wolf Linder, directeur de l’Institut des sciences politiques de l’Université de Berne. Il s’en est suivi une discussion animée sur d’autres démarches possibles en vue de l’institutionnalisation de la participation des Suisses de l’étranger à la vie politique en Suisse. Des options que le Conseil des Suisses de l’étranger avait déjà analysées en détail il y a trois ans.

Der Politologe Wolf Linder kommt zu ganz ähnlichen Schlussfolgerungen wie vor drei Jahren der Auslandschweizerrat: Von einer Zusammenfassung des Stimmpotentials der Fünften Schweiz in einem einzelnen Kanton oder von der Schaffung eines virtuellen Kantons „Ausland“ rät er ab. Von reservierten Sitzen im National- und Ständerat hält er wenig. Hingegen erscheint ihm der Ausbau der bestehenden Instrumente als erstrebenswert und erfolgversprechend. Das heisst einerseits: noch mehr individuelle politische Partizipation der Auslandschweizer. Und andererseits: zunehmende Profilierung und Stärkung der konsultativen Funktion des Auslandschweizerrates. Dazu bedarf es keiner Direktwahl. Für die politische Legitimation des Rats, der ja keine gesetzgeberischen Befugnisse hat, genügt aus Sicht des Politologen die heutige „vereinsdemokratische“ Wahl vollkommen. Das effizienteste Mittel zur Profilierung des ASR sieht Professor Linder in gezielten, zukunftsgerichteten Diskussionsbeiträgen zur schweizerischen Politik aus der spezifischen „Aussenperspektive“ der Fünften Schweiz. Ein zweifellos besonders bedenkenswerter Ratschlag, den wir uns gerne hinter die Ohren schreiben.

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Une Cinquième Suisse en constante croissance d’une part – et la rapide érosion du réseau des représentations consulaires d’autre part. La discordance est évidente. En décembre dernier, nous avons eu l’occasion d’exposer à la conseillère fédérale Calmy-Rey notre souci devant les fermetures successives d’importantes représentations suisses à l’étranger. La responsable du DFAE comprend très bien notre inquiétude. Mais elle se trouve elle-même confrontée au pro-blème de devoir répondre aux demandes croissantes tant sur le plan diplomatique que consu-laire avec des moyens stagnants, voire en diminution en termes réels.

De nos entretiens avec la Ministre des Affaires étrangères, nous avons tiré la conclusion qu’il fallait porter l’affaire devant le Parlement. C’est lui qui, en prenant chaque année les décisions budgétaires, fixe le cadre dans lequel le DFAE doit remplir ses tâches. Notre vice-président Jacques-Simon Eggly est pour ce faire intervenu au sein de la Commission de politique exté-rieure du Conseil national. En même temps, nous avons eu des entretiens personnels avec des membres des commissions des finances des Chambres pour tenter de les sensibiliser aux be-soins du service extérieur.

Punktuell ist es aber auch gelungen, Schliessungsentscheide im Nachhinein rückgängig zu machen. Die entscheidende Rolle spielte dabei das beherzte, zielstrebige Engagement der lokalen Schweizergemeinschaft. Wenn das Schweizer Generalkonsulat in Djedda in Saudi-Arabien bestehen bleibt, dann ist dies wesentlich das Verdienst unseres Ratskollegen Jürg Neuhaus. Er hat mit gezielten, wohlüberlegten Interventionen erreicht, dass man in Bern noch einmal über die Bücher ging und den Schliessungsentscheid zurücknahm.

Der Budgetdruck wird allerdings anhalten. Auch können wir uns der laufenden Anpassung des Vertretungsnetzes an die sich wandelnden Bedürfnisse nicht einfach verschliessen. Es werden ja nicht bloss Aussenposten aufgehoben. Sondern in den Nachfolgestaaten der Sowjetunion und Jugoslawiens etwa galt es, Vertretungen zu eröffnen. In den neuen EU-Ländern musste die Präsenz verstärkt werden. Und in Gebieten, die sich rasant entwickeln und in welchen die Schweiz besondere Interessen hat, wie zum Beispiel Südchina, wurden Konsulate geschaffen.

Wir dürfen uns nicht darauf beschränken, einfach konservieren zu wollen, was uns lieb geworden ist. Wo eine Berufsvertretung geschlossen wird, kann ein Honorarkonsulat gute Dienste leisten. Vorausgesetzt allerdings, dass die richtigen Leute eingesetzt werden. Das heisst, Persönlichkeiten, die mit der Schweiz vertraut und in der lokalen Schweizergemeinschaft verankert sind. Also in aller Regel auch Schweizerbürger. Ergänzt werden kann dieses Dispositiv durch „virtuelle Konsulate“. Mehr darüber unter dem Tagesordnungspunkt „E-Government“.

Neue Wege müssen gefunden werden. In der Wahrung schweizerischen Präsenz in der Welt kommt den Auslandschweizergemeinschaften eine prominente Rolle zu. Mit oder ohne Konsulat nehmen sie diesen Part schon seit jeher wahr. Aber diese Rolle kann sicher noch verstärkt und systematisiert werden. Gelungene Beispiele in diesem Sinne werden uns etwa aus Deutschland gemeldet. Wir werden in der Diskussion hoffentlich darauf zurückkommen.

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Als Interessenvertreterin der Fünften Schweiz wird die ASO regelmässig in Vernehmlassungsverfahren zu Fragen, die auch die Landsleute im Ausland betreffen, zur Stellungnahme eingeladen. Seit der letzten Ratssitzung hat sie in folgenden Angelegenheiten Stellung genommen:

 E-Government-Strategie des Bundes: In ihrer Vernehmlassungsantwort betont die ASO das besondere Interesse der Auslandbürger an der Möglichkeit, den Verkehr mit der Verwaltung über Internet abwickeln zu können. Sie verlangt, dass die Schweiz ihren Rückstand gegenüber anderen Ländern in Sachen E-Government aufholt und dass die Vertretungen im Ausland diesbezüglich prioritär behandelt werden. Wir werden unter Traktandum 4 darauf zurückkommen.

 Einführung biometrischer Pässe: Die ASO begrüsst die Übernahme des Acquis der Schengen-Staaten durch die Einführung biometrischer Ausweise. Sie macht aber geltend, für Landsleute im Ausland dürften die Hürden zum Erwerb eines solchen Dokuments nicht zu hoch sein. Deshalb sollte jede Auslandvertretung in die Lage versetzt werden, biometrische Daten zu erfassen. Sie regt weiter an, die Schweiz könnte von ausländischen Stellen erhobene biometrische Daten übernehmen, jedenfalls im Schengen-Raum.

 Révision de la loi sur l’armée: l’OSE approuve sans aucune réserve le projet de révision de la loi sur l’armée. Celle-ci concerne notamment le recrutement de Suisses de l’étranger. Ce-lui qui se soumet volontairement au recrutement sera tenu à l’avenir, s’il est déclaré apte à servir, d’accomplir effectivement le service militaire.

 Coordination de la promotion de l’image de la Suisse: il s’agit en l’occurrence du rappro-chement de trois organisations qui portent l’image de la Suisse à l’étranger, soit Présence Suisse – l’OSE est représentée au sein de son Conseil d’administration – Suisse Tourisme et Location Switzerland. Dans notre réponse à la consultation à ce sujet, nous nous som-mes prononcés pour une coordination renforcée, mais contre le projet de fusion. Nous avons justifié notre position en arguant qu’une intégration de Présence Suisse dans la pro-motion touristique affaiblirait la coordination globale entre les institutions actives à l’étranger et que le transfert du mandat de Présence Suisse du DFAE au DFE qui en découlerait était matériellement faux. Entre temps, le Conseil fédéral s’est distancié du projet de fusion.

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Lassen Sie mich jetzt noch kurz auf zwei Neuerungen im Bereich der sozialen Sicherheit aufmerksam machen. Im Zusammenhang mit dem Abkommen zwischen der Schweiz und der EU über den freien Personenverkehr laufen in absehbarer folgende Übergangsfristen aus:

 Ab 1.4.2007 wird es für Schweizerbürger, die in einem der „alten“ EU-Staaten (also EU der 15) leben, nicht mehr möglich sein, Beiträge an die freiwillige AHV/IV zu bezahlen (für die EWR-Länder läuft die Frist am 31.5.2008 aus; für die neuen EU-Länder am 31.3.2012); die freiwillige Versicherung weiterführen können einzig Personen, die am 1.4.2001 das 50. Altersjahr vollendet hatten (für die EWR-Länder ist dieser Stichtag der 1.6.2002; für die neuen EU-Länder der 1.4.2006).

 Ab 1.6.2007 können sich Schweizerbürger, die in einen Vertragsstaat des Personenfreizügigkeitsabkommens (EU+EWR) auswandern, das Kapital ihrer beruflichen Vorsorge (2. Säule) nicht mehr ausbezahlen lassen. Möglich bleibt die Auszahlung bei Personen, die in ihrem Wohnland nicht obligatorisch gegen die Risiken von Alter, Invalidität und Tod versichert sind (z.B. Rentner), sowie für den überobligatorischen Teil der Versicherung.

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L’organisation qui nous a donné le jour, la Nouvelle Société Helvétique, a récemment fusionné avec l’Association Rencontres suisses qui poursuit des buts absolument semblables. Nous souhaitons à la nouvelle association renforcée et reposant sur des bases plus larges beaucoup de succès dans sa mission de thématiser des questions fondamentales touchant l’existence de la Confédération.

Cette fusion a également des conséquences pour nous. La nouvelle association renonce dé-sormais à être représentée dans les organes de l’OSE. En contrepartie, notre représentation au sein de ses organes disparaît également. L’association renonce aussi à l’obligation de consulta-tion prévue dans les statuts de l’OSE en cas de modification des statuts. Il faudra en temps voulu en tenir compte lors d’une révision de nos statuts. Il faudra également biffer le droit de représentation du Don Suisse de la fête nationale / Pro Patria, auquel cette organisation a ex-pressément renoncé.

Die Delegierten der NHG im Auslandschweizerrat und in unserem Vorstand bleiben bis zum Ablauf der Amtsperiode, also 2009, im Amt. Auf diesen Zeitpunkt hin bereitet der Vorstand eine Revision der Sitzverteilung im Rat vor.

Selbstverständlich bleiben wir mit NHG-Rencontres suisses in Verbindung. Wir sind auch dabei, unsere Beziehungen zu anderen staatsbürgerlichen Zusammenschlüssen auszubauen.

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Und wenn wir schon bei den Inlandmitgliedern sind: Ich habe Ihnen von zwei Demissionen Kenntnis zu geben. Wie an der letzten Sitzung angekündigt, legt Ulrich Pfister, Präsident des Solidaritätsfonds der Auslandschweizer bis August 2006, auch sein ASR-Mandat nieder. Über seine Nachfolge werden wir unter Traktandum 14 befinden. Ebenfalls demissioniert hat Frau Brigitte Fuchs-Reber. Sie gehörte dem Rat seit 2001 als Repräsentantin des Programms „Swiss Ping Pong“ an. Dieses ist, wie Sie wissen, vor kurzem von der ASO übernommen worden und Frau Fuchs arbeitet nun in der Geschäftsstelle der ASO, weshalb sie ihren Sitz im Rat zur Verfügung stellt.

Ich möchte die Gelegenheit nutzen, um Ulrich Pfister bestens zu danken für sein langjähriges erfolgreiches Wirken an der Spitze von Soliswiss. Die Institution ist unter seiner zielsicheren Führung in den letzten Jahren grundlegend restrukturiert und neu positioniert worden. Die neue Präsidentin von Soliswiss, Frau Dr. Barbara Rigassi, übernimmt eine traditionsreiche und zugleich moderne, leistungsfähige und anerkannte Institution. Ueli Pfister gebührt unser herzlicher Dank für sein langjähriges Engagement. Ich danke auch Brigitte Fuchs für ihren Einsatz. Wir freuen uns sehr, dass dieser nun im Rahmen der ASO weitergeführt wird. Wir verabschieden uns also von Ihnen, indem wir sie willkommen heissen.

J’ai en même temps le plaisir de saluer la présence parmi nous de trois nouveaux membres de l’étranger. Il s’agit de Monsieur Olivier Perrottet qui représente la communauté suisse du Pérou, de Monsieur Erich Ruppen qui a été élu comme délégué des Suisses de Turquie en remplace-ment de Kurt Eicher et de Monsieur Alfred Zbinden qui est le successeur de Monsieur François Gilardoni comme représentant des Suisses de Grande-Bretagne. Je souhaite la bienvenue à ces trois nouveaux collègues et forme le vœu qu’ils rencontrent beaucoup de succès et de sa-tisfaction dans leur nouvelle mission.

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Meinen heutigen Bericht darf ich mit einer besonders erfreulichen Meldung beschliessen: Vor rund einem Monat hat der Swiss Club of the Philippines in Manila sein 100-jähriges Bestehen gefeiert. Es kommt nicht alle Tage vor, dass ein Schweizerclub auf ein Jahrhundert Geschichte zurückblicken kann. Aber es gibt etliche Auslandschweizer Institutionen, die hundertjährig und älter sind. Diese sind eindrückliche Zeugnisse des Zusammenhalts unserer Landsleute im Ausland und ihrer Verbundenheit mit der alten Heimat. Und es gibt immer wieder neue Auslandschweizer Institutionen, die gegründet werden und in die weltweite Familie der anerkannten Auslandgruppierungen aufgenommen werden können.

Dies beweist, dass Schweizervereine im Ausland weiterhin einem Bedürfnis entsprechen. Zum einen helfen sie zahlreichen Landsleuten, sich im Ausland zurechtzufinden und zugleich ihre Bindung an die Schweiz aufrechtzuerhalten. Zum anderen sind sie wichtige Eckpfeiler schweizerischer Präsenz im Ausland. Und nicht zuletzt sind sie die Basis unserer Organisation. Tragen wir also Sorge zu diesem Fundament. Ich danke allen ganz herzlich, die sich in gut schweizerischer Miliztradition in einer dieser vielen und vielfältigen Institutionen engagieren!