HomePage   Zurück  
 

 

Gedanken von Kurt W. Eicher bezgl. des 11. Septembers 2001

Ich habe ihn geliebt und manchmal ersehnt, diesen Tag meiner Geburt und nun plötzlich würde ich alles Menschenmögliche tun, dass er dieses Jahr nicht stattgefunden haette. Man haette ihn ersatzlos streichen dürfen und meine eh nicht stattgefundene Geburttagsparty ebenfalls, denn zum Feiern war ich sowieso nicht imstande und werde es auch in den kommenden Jahren nicht mehr sein. Ab diesem Jahr naemlich, und das habe ich mir fest vorgenommen, werde ich den 11. September zu meinem ganz persönlichen Trauertag machen.

Nein, nicht wegen der tausenden von Toten, nicht wegen den Terroristen, sondern im festen Glauben daran, dass der terroristische Akt des 11. Septembers 2001 uns mindestens fünfzig Prozent unserer individuellen Freiheiten kosten wird. Denn die ungeheuren Geschehnisse dieses Tages haben uns dem “Big Brother is watching you” einen Riesenschritt naeher gebracht. Die Maechtigen dieser Welt werden das durch die Anschlaege geschaffene Klima brutal und skrupellos ausnützen, ohne dass einer von uns die Chance faende, dagegen zu protestieren, denn keiner möchte in den Verdacht kommen, als Sympathisant dieser menschenverachtenden Clique zu gelten.

Zum trauern werde ich zudem Grund haben (auch an anderen Tagen), weil naemlich die Mehrheit meiner Mitmenschen bereits begonnen hat ihren vor-programmierten Leerlauf weiter zu leben und auch politisch weiterhin genauso gewurstelt werden wird, wie bisher. Der Herr Bush wird weiterhin gegen jedes vernünftige Umweltschutz-Abkommen sein, ohne dass irgend jemand einmal die Frage stellt, wieviel Menschenleben diese seine Sturheit schlussendlich kosten wird.

Zu denken gibt mir der Umstand, dass die Uno bereits anfang dieses Jahres für ein Food-Programm zu Gunsten der afghanistanischen Bevölkerung 250 Millionen Dollar gesucht hat, jedoch bis im April nach meinen Informationen, lumpige 2 Millionen an Spenden verbuchen konnte. Die ganze Welt aber scheint mehr als genug Kohle zu haben, wenn es darum geht den Hinterbliebenen des 11. September zu helfen. Waren diese Leute nicht alle versichert und hat Amerika das nötig, nötiger als die verhungernden Kinder dieser Welt.

Ja ich weiss, die Afghaner sind ja schlussendlich selber schuld, die müssten eben mal ein bisschen Zivil-Courage zeigen und die Regierung zum Teufel jagen, damit wir weiterhin den Schlaf der Gesaettigten möglichst ungestört weiterschlafen können.

Ich habe weiss Gott ein tiefes Mitgefühl für die Betroffenen des 11. September 2001, aber keines dafür, dass Amerika so tut, als seien nur die Terroristen die bösen Buben, denn es gab genügend weise Leute, die davor warnten Leute wie O.B.L. mit Geld und Waffen zu unter- stützen, nur um den Russen eins auszuwischen, wohlwissend, dass man damit das Land ins heutige Chaos führen würde.

Wahrscheinlich beginne ich ja einfach wirklich alt zu werden, was mich nicht etwa moralisch belastet, sondern immer mehr freut, denn sehr viel Erfreuliches gibts ja eh nicht mehr zu sehen und die Zeiten werden bestimmt nicht besser.

 

Zurück